1. Initiative
„Wie fing alles an?“
Der Stadtrat der Stadt
Gerolzhofen hat in einer Sitzung vom 09.06.1997 sehr intensiv über die
Erarbeitung einer „Lokalen Agenda“ beraten. Die Verwaltung wurde damals
beauftragt, eine Bestandsanalyse – angelehnt an den Leitfaden für eine
nachhaltige Kommunalentwicklung – zu erstellen und evtl. Ziele zu
formulieren.
2. Information und
Bürgerbeteiligung / Öffentlichkeitsarbeit
Alle Sitzungen der Arbeitskreise
waren öffentlich. Es beteiligten sich auch zahlreiche Bürger in den
Arbeitskreisen. Die Arbeit des Agenda-Prozesses wurde durch die örtliche Presse
begleitet. Zu allen Zeiten wurden Informationen veröffentlicht. Auch im städt.
Amtsblatt wurden alle Arbeitsschritte der Arbeitskreise ortsüblich bekannt
gemacht.
3. Organisation /
Arbeitsbereiche
Nach Erstellung der
Bestandsaufnahme wurden die verschiedenen zu bearbeitenden Fachbereiche in
Workshops als Leitlinien aufgestellt. Es handelt sich dabei um nachfolgende
Themengebiete:
1. Touristen- /
Kundenattraktivität
2. Attraktivität für
Gewerbebetriebe
3. Verkehrsplanung
4. Städtebau
5. Umweltschutz
6. Lokale
Agenda 21
7. Freizeit, Kultur, Sport,
Events
8. Soziales
9. Medienarbeit,
Öffentlichkeitsarbeit
Mit diesen Themen wurde die
konkrete Projektarbeit mit Unterstützung von Frau Kerber der Werbeagentur Ludwig
& Höhne , Schweinfurt, in fünf Unterarbeitskreisen (UAK) geleistet. Diese
UAK befassten sich mit nachfolgenden Themen:
• UAK 1 Touristen- und
Kundenattraktivität
• UAK 2 Wirtschaftsförderung – Attraktivität für
Gewerbe –
• UAK 3 Verkehrsplanung
• UAK 4 Städtebauentwicklung,
Umweltschutz, Lokale Agenda 21
• UAK 5 Freizeit, Kultur, Sport,
Events
Zur Aufbereitung der Ergebnisse
der einzelnen Unterarbeitskreise wurden die ersten entwickelten Ideen in einen
Maßnahmenkatalog eingeordnet.
Geleitet wurde der Agenda-Prozess
durch den ersten Bürgermeister Hartmut Bräuer als Agenda-Beauftragten. Er wurde
unterstützt durch Frau Kerber und Teilbereiche der Stadtverwaltung. Der erste
Bürgermeister stellte auch die Schnittstelle zwischen den Arbeitskreisen
und dem Stadtrat dar.
4. Aktionen /
Projekte
Bei der Erarbeitung einer Lokalen
Agenda wurde auch ein Aktionsprogramm aufgestellt.
Bisherige Projekte:
• Einrichtung und
Durchführung einer Lehrstellenbörse
• Forum zum Anbieten von
Mitfahrgelegenheiten
• Realisierung von Energiesparmaßnahmen an der
Teilhauptschule II
• Errichtung eines Park & Ride Parkplatzes sowie
eines Umsteigeplatzes am Stadtrand
• Anlegung eines Öko-Kontos als
Vorsorge für Ausgleichsmaßnahmen
• Anpflanzung von
Streuobstwiesen
• Renaturierung des Nützelbaches und der
Nützelbachseen
• Renaturierung der Volkach in einem innerstädtischen
Bereich
• Naturnahe Pflege der Gewässer
• Ausbau der
biologischen Reinigungsstufe in der Kläranlage
• Verstärkte
Öffentlichkeitsarbeit zum Thema „Wassersparen“
• Einführung eines
gemeinsamen Logos für Stadt und Handel
• Wahl einer
Gleichstellungsbeauftragten
• Einsatz von erneuerbaren Energien sowie
moderner Heiztechnik in gemeindlichen
Gebäuden
5. Unsere
Größten Erfolge
Renaturierung des Nützelbaches
und der Nützelbachseen
Im Sommer 2002 hat die Stadt
Gerolzhofen begonnen am südlichen Stadtrand den Talraum des Nützelbaches auf
einer Länge von 800 m naturnah auszugestalten. Im direkten Umgriff werden auch
die angrenzenden 4 Teilflächen, die bisher intensiv teichwirtschaftlich genutzt
wurden und eine Gesamtfläche von 2,3 ha haben, in die Umgestaltung
integriert.
Das Renaturierungsgebiet schließt
nahtlos an das städtische Baugebiet an und übernimmt die Funktion des
Naherholungsgebietes. In den Sommermonaten ist in den Seen die Wasserqualität
auf Grund der geringen Wassertiefe, des unzureichenden Durchflusses und des
hohen Nährstoffeintrages als schlecht zu bezeichnen.
Eine Renaturierung und damit die
beabsichtigte Hervorhebung der ökologischen Bedeutung stellt insbesondere wegen
der Stadtrandlage eine besondere Herausforderung dar.
Um die gesteckten Ziele zu
erreichen wird zum Schutz des vorhandenen Baumbestandes ein weitgehend neues
Bachbett geschaffen und zur Verbesserung der Wasserqualität wird die Seenfläche
um mehr als die Hälfte reduziert. Statt des geradlinigen Bachlaufes mit
Sohlschalen wird ein mäandrierendes, ungleichmäßiges Bachbett mit wechselnden
Sohlbreiten geschaffen. Vorlandbereiche und Feuchtmulden werden künftig den
Nützelbach begleiten. Die ursprünglichen Teiche werden zusammengeführt und mit
Flach- und Tiefwasserzonen sowie einer Insel als Rückzugsgebiet
ausgeführt.
Zur Förderung der Ufervegetation und des Landschaftsbildes wird
in einigen Bereichen eine standortgerechte Initialpflanzung vorgenommen. In
erster Linie wird hierbei das vorhandene autochthone Pflanzenmaterial
(Schilfröhricht-, Seggen-, Staudensoden) verwendet. Entlang des neuen Bachlaufes
sind gezielt einzelne Baumneupflanzungen vorgesehen.
Die Renaturierungsmaßnahme soll
trotz der großen Menge an Erdbewegungen im Herbst 2003 abgeschlossen werden.
Mit der im Vorgriff erfolgenden
landschaftspflegerischen Rahmenplanung und der Renaturierungsmaßnahme wird die
Stadt Gerolzhofen insgesamt 465.000,- € für dieses ökologisch bedeutende Projekt
investieren.
6. Die nächsten
Schritte
Geplante und im Bau befindliche
Projekte:
• Bau eines Radweges nach
Alitzheim, Baubeginn Juli 2003
• Stärkung der kulturellen
Anziehungskraft Gerolzhofens durch den Bau eines sakralen
Museums in der
Johanniskapelle
• Erstellung eines regionalen Entwicklungskonzeptes im
gemeindlichen Zusammenschluss,
Abschluss September
2003
7. Externe
Unterstützung
• Erstellung eines
Gewässerentwicklungsplanes
• Baulandkataster, erstellt August
2003
• Gründung einer Solargesellschaft durch die Stadt Geo, Oktober
2003
• Planung des Radweges nach Wiebelsberg durch den
Straßenbaulastträger
• Schaffung ökologischer Ausgleichsflächen
8. Informationsangebote
Die Stadt Gerolzhofen berät
interessierte Bürger u.a. über folgende Themenbereiche:
• Einsparmöglichkeiten für
den Wasserverbrauch
• Fördermöglichkeiten beim Bau von
Zisternen
• Fördermöglichkeiten beim Bau von
Photovoltaikanlagen
• Städtebauförderungsmöglichkeiten
• Durchführung
von Umweltveranstaltungen
Gerolzhöfer Umwelttage vom
18.10.2003 – 31.10.2003