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Historischer Überblick
Geschichte der Stadt Gerolzhofen (English
Version)
Neben alt- bis
jungsteinzeitlichen Lesefunden sind Siedlungsstellen der Band- und
Schnurkeramiker bis zur Urnenfelderkultur der Bronzezeit in Flur und Stadt
nachweisbar. Die
Hallstatt-Eisenzeit ist mit einer ovalen Wallanlage auf der nahen Vollburg
vertreten, die folgende Latènezeit mit einer keltischen Viereckschanze bei
Bimbach (Funde im Heimatmuseum). Germanische
Durchzugswellen der Markomannen, Alemannen u. a. sind durch Bodenfunde im
hiesigen Gebiet faßbar.
Nach 500 bleibende
Fränkische Landnahme des wahrscheinlich vorgermanischen (oder alemannischen?)
"Volkfeldgaues".
Zwischen 750-779
Erstnennung "Gerolteshove in Folcfelden" unter 5 Orten (villis) in der
"Ilbincschen Schenkung" an das Kloster Fulda. Vermutlich karolingische
Aussiedlung der Hausmeierzeit. Der Name bedeutet "zum Hof des Gerold" (germ.
Gerwalt="der mit dem Ger/Speer waltende"). Die "Gerolde" waren ein führendes
altfränkisches Hochadelsgeschlecht. Ein Graf Gerold (Kerolt), ein Alemanne und
Schwager Karls des Großen war erster Bayernpräfekt und fiel 799 als Bannerträger
gegen die Awaren.
Vor 1350 Ersterwähnung
als Stadt und Sitz eines Archidiakonates.
1397-1400 Verwüstung
im Fränkischen Städtekrieg gegen den Würzburger Bischof Gerhard v. Schwarzburg,
der "seine Stiftes Stadt" vergeblich belagert. In der "Schlacht von Bergtheim"
(04.01.1400) fällt der Fahnenträger der 11 aufständischen Frankenstädte, Johann
Braun aus Gerolzhofen und die Stadt verliert nach wenigen Jahren wieder die
Reichsfreiheit.
1525 im Bauernkrieg
plündern Gerolzhöfer Bürger mit den Bauernhaufen die bischöflichen Besitzungen
in der Stadt. 3 Rädelsführer werden hingerichtet.
1552 im
Markgräflerkrieg des Albrecht Alcibiades von Brandenburg-Kulmbach werden
Rathaus, Pfarrkirche und Spital "stark gesengt", wobei viele Urkunden
verbrennen.
1616-1619 nach
Hexenprozessen werden 261 Hexenleute auf dem Schießwasen oder Henkerwasen
verbrannt, stranguliert oder mit dem Schwert hingerichtet, nicht gerechnet die
im Hexenturm und Zentgefängis gestorben sind.
1618-1648 im
Dreißigjährigen Krieg wird die Stadt ab 1631 wiederholt geplündert und
gebrandtschatzt; Pest und Hungersnot dezimieren die Bevölkerung um ein
Viertel.
1796 Beherbergung
kaiserlicher Truppen unter Erzherzog Karl v. Österreich, dabei Beschießung der
Stadt durch französiche Revolutionstruppen.
1805-1814 Gerolzhofen
kommt mit dem Hochstift Würzburg endgültig zu Bayern.
1862 Gerolzhofen wird
Bezirksstadt.
1939 wurden die
Bezirksstädte in Kreisstädte umbenannt.
06.Apil 1945
Frauenaufstand in Gerolzhofen. Gerolzhöfer Frauen hissen die weiße Fahne am
Rathaus, dadurch konnte die Stadt kampflos an die Amerikaner übergeben
werden.
1972 Durch die
Landkreisreform verlor Gerolzhofen den Kreissitz und alle Behörden der
Unterstufe.
1978 Gründung der
Verwaltungsgemeinschaft Gerolzhofen. Die Verwaltungsgemeinschaft ist mit 8
Gemeinden und 29 Orten sowie ca. 16.000 Einwohnern die größte
Verwaltungsgemeinschaft in Bayern.
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